Medienecho

01.02.2017

Historische Druckwerkstatt zum Anfassen eröffnet

Vorpommern Magazin, Februar 2017|Greifswald


Die künstlerische Leiterin Stefanie Riech (1.v.l.) und GF Gunther Schrader (2.v.l.) der Medien- und Informatikschule sowie Vertriebsleiter der Druckerei Panzig Martin Panzig (3.v.r.)

Martin Panzig und Informatikschule sichern handwerkliches Kulturgut

Eine Werkstatt mit historischen Druckwerkzeugen und Maschinen hat das Druckhaus Panzig und die Medien- und Informatikschule in den Räumlichkeiten der Wirtschaftsakademie Nord eröffnet.
„Wir  wollen  gemeinsam  den weiteren  Aufbau  und  den  Betrieb einer Druckwerkstatt zum Erhalt  eines  handwerklichen Kulturgutes,  speziell  des  Grafiker-  und  Druckerhandwerkes, voranbringen“,   sagt   Martin  Panzig, Vertriebsleiter und Sohn von Thomas Panzig, dem Inhaber des gleichnamigen Druckhauses mit über 140-jähriger Geschichte in Greifswald. Martin Panzig, der im regulären Betrieb mit den modernsten Maschinen des digitalen Offsetdrucks arbeitet, entpuppt sich in seiner Freizeit als Sammler von historischen Druckmaschinen und Werkzeugen. Im Laufe der Jahre hat sich so ein großer Fundus von Bleisätzen, Holzlettern, Maschinen zur Weiterverarbeitung und  Veredelung  im  Buchdruck  angesammelt.
„Die  Vision  einer  historischen,  aber  funktionsfähigen  Druckwerkstatt  in  unserer  Medien-  und Informatikschule, in der an modernsten Computern gelernt und  gearbeitet  wird,  hat  uns  sofort überzeugt“, sagt Stefanie Riech, die künstlerische Leiterin. „Wir ergänzen moderne Kompetenzen mit historischem Wissen“, so  Riech.  Das  pädagogische Konzept: In den Grundlagen der Ausbildung werden Werte transportiert, wie z.B. das Gefühl der Eigenwirksamkeit – „stolz sein“ auf die eigene Arbeit. Am Ende sollen die  Schüler  etwas  „anfassen“ können im virtuellen Zeitalter, bei dem der Bezug zur Herstellung des Druckproduktes immer mehr verschwindet. „Die Erfahrung der Wertigkeit der eigenen Arbeit wird ausgebildet, entgegen dem landläufigen Wegwerfprodukt“, sagt  Riech.  Der  Schüler  lernt sauberes und strukturiertes Arbeiten, Kontinuität, Konsequenz und Verantwortung für sich und andere. Die Arbeitsabläufe von Druckereien können so durch den Schüler erfahren werden. Die  Organisatoren  wollen  jedoch  nicht  nur  im  eigenen  Saft  schmoren. „Die Werkstatt steht allen Interessierten offen“, sagt Stefanie Riech. Aktuell fehle es in der Stadt an Druckmöglichkeiten für etablierte Künstler, Galeristen, Absolventen der Uni oder auch für Schulklassen.  Hier  entsteht  ein  Ort für Workshops und kreatives Arbeiten. „Wir zeigen 150 Jahre Druckgeschichte bei der der Besucher  echte  Druckerzeugnisse  anfertigen und mitnehmen kann“, sagt Stefanie Riech. Weitere Infos unter 03834 / 88 59 62 20.