Medienecho

19.03.2015

Auf Entdeckertour durch den Job-Dschungel - In der Fischerschule stellten sich 22 Unternehmen bei der ersten „Berufssafari“ vor.

Ostsee-Zeitung, 19. März 2015|Greifswald


„Ich will Soldatin werden“, sagt Franziska Gehrke mit fester Stimme. Aus ihrer Freundin platzt es heraus: „Oh Gott.“ Doch davon lässt sich die 15-Jährige nicht abhalten und informiert sich am Stand der Bundeswehr über die Voraussetzungen. Die Einrichtung war gestern eine von insgesamt 22 Teilnehmern an der ersten Berufssafari in der Turnhalle der Integrierten Gesamtschule „Erwin Fischer“.
„Es ist so, dass die ehemalige Männerdomäne immer mehr von Frauen entdeckt wird“, erklärt Stabsbootsmann Peter Cronsfoth. Franziska Gehrkes Wahl fiel auf die Armee, „weil mein Freund auch Soldat war“. Die Neuntklässlerin der Fischerschule wolle sich körperlich betätigen und sei vom Zusammenhalt in der Truppe fasziniert.
Am Stand der Bundespolizei herrschte ebenfalls großer Andrang. „Viele interessieren sich für den Beruf des Polizeivollzugsbeamten“, schildert Marko Moderecker von der Bundespolizeiakademie in Rostock. So auch André Kaiser (15). „Mich reizt die Action und dass manfür Recht und Ordnung sorgen kann“, erzählt der Neuntklässler. Am liebsten wolle er zur Spezialtruppe, der GSG9. „Aber die Anforderungen sind hoch. Ich weiß, dass das auch nichts werden kann.“ Marko Moderecker weiß, dass für viele Jugendliche die Aussicht auf einen sicheren Job und gute Bezahlung wichtige Argumente sind. „Durch den Beamtenstatus haben wir eine große Anziehungskraft.“ Doch nicht jeder schaffe die Ausbildung. „Bei Sport und im Deutschtest fallen einige durch“, sagt Moderecker. Dass sich das Leistungsniveau der Bewerber generell verschlechtert, könne er nicht bestätigen.
Organisiert wurde die Berufssafari von der Wirtschaftsakademie Nord. „Wir haben auch heimische Firmen wie das Autohaus Eggert, Greifenfleisch oder die Bäckerei Junge mit ins Boot geholt. Die gute Resonanz zeigt, dass wir damit richtig lagen“, sagt Steffi Kern, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Anne-Sophie Strauß die Unternehmen anschrieb. Es sei gut möglich, dass im nächsten Jahr wieder eine Berufssafari stattfindet.