Medienecho

17.02.2015

Neue Chance für ältere Arbeitnehmer

Ostsee-Zeitung, 17. Februar 2015|Greifswald


Rat für Technik und Energie will neues Bundesprogramm umsetzen und erfahrene Fachkräfte in Unternehmen vermitteln.

In Vorpommern sind im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands überdurchschnittlich viele Menschen arbeitslos, die älter als 55 Jahre sind. Und: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen verfestigt sich. Über diese beiden Negativ-Trends berichtete Margit Haupt-Koopmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, gestern dem Rat für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung. Das beim Unternehmerverband Vorpommern und von Wirtschaftsstaatssekretär Stephan Rudolph (CDU) ins Leben gerufene Gremium möchte dieser Spezifika des vorpommerschen Arbeitsmarktes entgegenwirken. „Jeder vierte Arbeitslose ist hier älter als 55 Jahre. Die Unternehmen verschenken damit riesiges Potenzial. Zwar mag man in diesem Alter das ein oder andere Defizit bei Schnelligkeit und Multimediabeherrschung haben. Dafür besitzen diese Arbeitskräfte unverzichtbare Berufserfahrung“, warb Rudolph bei den anwesenden Firmen um Unterstützung. „Ältere Arbeitnehmer sind nicht weniger kompetent als jüngere“, ergänzte er.
Der Unternehmerverband will bei seinen Mitgliedern für die Einstellung älterer Arbeitsloser werben, zumal in Kürze dazu auch ein entsprechendes Bundesprogramm anläuft. Verbandspräsident Gerold Jürgens geht mit gutem Beispiel voran: „Ich habe gerade vor wenigen Tagen mehrere ältere Facharbeiter eingestellt, weil ihre langjährigen Erfahrungen im Beruf eine gute Ergänzung zu jüngeren Arbeitnehmern darstellen“, sagt er. Andere Firmen, wie Stadtwerke Greifswald, sind zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Heiko Miraß, Chef der Arbeitsagentur Greifswald, hofft auf viele Firmen, die das neue Bundesprogramm nutzen werden, „um Mangel an geeigneten Fachleuten zu minimieren und gleichzeitig die Arbeitslosenquote in diesem Alterssegment zu sinken“, sagt er.