Medienecho

30.10.2014

Wirtschaftsakademie Nord eröffnete neue Pflegeschule

Ostsee-Anzeiger, 30. Oktober 2014l Greifswald


„Mit dem Abschluss als staatlich geprüfter Altenpfleger habe ich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, sagt der 41-jährige Daniel Schacht. Seit vielen Jahren ist der gelernte Maurer als Kraftfahrer für einen Pflegedienst in Greifswald unterwegs. Jetzt will er in drei Jahren die Qualifikation als Altenpfleger erwerben und gehört zu den ersten 15 Umschülern an der neu eröffneten Pflegeschule der Wirtschaftsakademie Nord in Greifswald.

„Es beginnt eine neue Ära an der Wirtschaftsakademie“, sagt Bereichsgeschäftsführer Gunther Schrader zum Start der neuen Einrichtung am 20. Oktober. Mit der Pflegeschule wolle die Akademie den Bedarf an Fachkräften decken helfen. „Professionelle Pflege wird durch die Zunahme älterer und pflegebedürftiger Menschen in der Region immer stärker nachgefragt. Arbeitgeber haben sich an uns mit der dringenden Bitte gewandt, Fachkräfte für den Pflegebereich auszubilden“, sagt Schrader. Großes Interesse haben vor allem der Pommersche Diakonieverein, das KerVita Seniorenzentrum und der Pflegedienst Humboldt signalisiert. Schon 2015, so Schrader, plane die Pflegeschule, auch eine Erstausbildung für Altenpfleger anbieten zu können. Darüber hinaus sind berufsbegleitende Fortbildungen für Pflegekräfte wie den Praxisanleiter, die Stations-, Heim- oder Pflegedienstleitung Bestandteil des Kursplans 2014/15. „Derzeit bleiben im Pflegebereich viele Stellen in der Region Vorpommern unbesetzt, weil Fachkräfte fehlen“, weiß Sibylle Kuse von der Arbeitsagentur in Greifswald und freut sich über den neuen Bildungsträger. Catherine Kaiser, Referentin des Diakonievereins, der über 700 Mitarbeiter beschäftigt, setzt große Hoffnungen in die Schule. In den sechs stationären Einrichtungen, zwei ambulanten Diensten und der Tagespflege wird ständig gut ausgebildetes Personal benötigt. Sie geht davon aus, dass der Bedarf in den nächsten Jahren sogar noch weiter wächst. „Für mich bietet die Umschulung eine tolle
Möglichkeit, endlich einen ordentlichen Abschluss in dem Fach zu erwerben“, erzählt Kathleen Nulken aus Steffenshagen. Sie hat in der Vergangenheit zeitweise ungelernt als Pflegekraft gearbeitet, kam aber als Alleinerziehende mit dem Schichtsystem nicht klar. Nach der dreijährigen Umschulung sind ihre Kinder 10 und 17 Jahre alt und dem Schichtdienst stehe dann nichts mehr im Wege, meint die 36-Jährige. Bei der Umschulung wurden die Kurse zeitlich extra so zugeschnitten, dass alleinerziehende Mütter und Väter sie trotz Kinderbetreuung absolvieren können. Aber auch für ältere Arbeitnehmer ist diese Umschulung eine „große Chance“, erzählt eine 50-Jährige aus Ahlbeck. Neun Jahre lang habe sie nur wenige Wochen im Sommer in einer Bäckerei arbeiten dürfen. Mit dem neuen Job hoffe sie, „endlich richtig gebraucht zu werden“.

Die Leitung der neuen Pflegeschule an der Wirtschaftsakademie Nord hat die Diplom-Medizinpädagogin Corinna Stefaniak übernommen, die zuvor die Akademie der Gesundheit in Berlin-Buch leitete. Unterstützt wird sie durch die Medizinpädagogin Uta Berger-Dittmer und weitere externe Dozenten. Stefaniak macht zu Schulbeginn deutlich: „Der Beruf des Altenpflegers ist ein anspruchsvoller Beruf, der hohe soziale Kompetenzen verlangt und der an Bedeutung gewinnen wird.“ Sie rechne fest damit, dass sich gesellschaftliche Wertschätzung und Bezahlung im Pflegebereich verbessern.

Die Umschulung geht über drei Jahre und wird durch Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung Bund und den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr möglich. Die praktische Ausbildung erfolgt im Kreiskrankenhaus Wolgast und im Evangelischen Krankenhaus Bethanien Greifswald.

Weitere Infos: (03834) 88596220.