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13.09.2012

Berufsbildungswerk Greifswald investiert neun Millionen Euro in neue Schule für Aus- und Weiterbildung.

Ostseezeitung, 4. August 2012 | Greifswald


Greifswald (OZ) - Für neun Millionen Euro baut das Berufsbildungswerk (BBW) derzeit die Wirtschaftsakademie Nord. Standort ist der Puschkinring, neben der Sporthalle drei.

Dort sollen ab September Fachkräfte in verschiedenen Wirtschaftsberufen aus- und weitergebildet werden. Bis zu 40 Mitarbeiter werden bei voller Auslastung einmal an der Akademie tätig sein.

Als großen Wurf bezeichnet den Neubau Wolfgang Gerbitz, Geschäftsführer des Berufsbildungswerkes. Für das Vorhaben hat er sich den Unternehmerverband Vorpommern mit ins Boot geholt. „ Wir wollen nicht nur die spezifischen Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft decken, sondern auch gezielt auf die individuellen Bildungspotenziale der Schüler und Studenten eingehen“, erklärt Gerbitz. Er betont:

„Wir bieten nicht nur Bildung für junge Leute an, sondern auch für ältere Arbeitnehmer.“

Die Akademie ist als Aus- und Weiterbildungsinstitut besonders auf die Bereiche Gastronomie/Erzeuger, Gesundheit/Soziales und Unternehmensmanagement/Betriebswirtschaft spezialisiert. In der Gastronomie und den handwerklichen Berufen wird mit den höchsten Teilnehmerzahlen gerechnet. Während die klassischen Berufsausbildungen erst 2013 beginnen, starten schon im September die ersten Weiterbildungen. Finanziert werden sie über die Arbeitsagentur, Unternehmen und durch die Lehrgangsteilnehmer selbst.

Das BBW ist seit 1990 spezialisierte Einrichtung für die Berufsvorbereitung und Erstausbildung junger Menschen mit Handicaps. Als einzige Einrichtung in MV werden gleichzeitig berufliche, soziale und medizinische Rehabilitation durchgeführt. In der Wirtschaftsakademie arbeitet das BBW eng mit Firmen, der Arbeitsagentur, Schulen und Bildungsträgern wie dem BiG und dem Berufsfortbildungswerk Neuenkirchen zusammen.

Neben Firmenschulungen soll es duale Studiengängen geben. So soll in Kürze eine eigene Hotelfachschule gegründet werden. „Mit Bachelor- und IHK-Abschlüssen wird jedem Jugendlichen der Einstieg ins Berufsleben schmackhaft gemacht. Je nach Eignung kann deshalb dann bei uns von der mittleren Reife bis zum Master ausgebildet werden“, sagt Gerbitz. „Die berufliche Frühorientierung wird immer wichtiger“, erklärt er. Deswegen sei der Neubau so konzipiert, dass vor Ausbildungs- oder Studienbeginn eine umfassende Berufsorientierung und -findung angeboten wird. Dazu sollen die modernen und bestens ausgestatteten Werkstätten des BBW in unmittelbarer Nachbarschaft mit genutzt werden. Im Neubau haben zudem neben der Akademie auch ein neues Diagnostikzentrum und die Norddeutsche Gesellschaft für Bildung und Soziales (NBS) als BBW-Tochter ihren Sitz. „Wir wollen auch Jugendlichen, die nur schwer auf den ersten Arbeitsmarkt finden, Chancen eröffnen und sie ganz gezielt fördern. Deshalb arbeiten wir bei der NBS mit innovativen Lernformen, die es in einer normalen Ausbildung nicht gibt“, erklärt Geschäftsbereichsleiter Michael Rösler. In der oberen Etage des Neubaus im Puschkinring befinden sich Unterkünfte für die Auszubildenden und Studenten. „Und in unserem öffentlichen Bistro im Erdgeschoss können Besucher gleich testen, wie kompetent bei uns ausgebildet wird“, wirbt der Geschäftsführer.

Gerbitz ist überzeugt, dass mit der Wirtschaftsakademie Nord sehr viel schneller auf Kundennachfragen in der Weiterbildung reagiert werden kann. „Angesichts des Fachkräftemangels und des harten Konkurrenzkampfes um die besten Mitarbeiter führte kein Weg an der Gründung der Wirtschaftsakademie vorbei“, betont Gerbitz. Wegen der geringen Schülerzahlen müsse nach seiner Aussage jeder von ihnen gefördert werden, damit er in der Region bleibt.

Für Mitte September ist die Einweihung der Wirtschaftsakademie geplant. Die ersten Weiterbildungsseminare haben aber schon begonnen: Wochenendlehrgänge mit 50 Teilnehmern aus MV im Bereich Sonder- und Sozialpädagogik.

Einweihung im September

9 Millionen Euro wurden durch das Berufsbildungswerk Greifswald in den neuen Firmensitz der Wirtschaftsakademie Nord investiert. 18 Monate dauerte der Bau. Mitte September soll die feierliche Einweihung erfolgen.

40 Mitarbeiter sollen bei voller Auslastung der Wirtschaftsakademie einmal dort tätig sein.

50 Teilnehmer absolvieren bereits die ersten Wochenend- Weiterbildungen in den Bereichen Sonderpädagogik und Sozialpädagogik.

 

Cornelia Meerkatz