Die Wirtschaftsakademie Nord als Co-Partner im „Projekt Frankreich“

Transnationale Qualifizierungsmaßnahme mit Praktika in Frankreich zur Förderung der Aufnahme einer Beschäftigung

Im Zeitraum vom 21.05. bis 13.07.2012 absolvierten 20 Teilnehmer an der Wirtschaftsakademie Nord unter Mitwirkung der Sozialagentur Jobcenter LK Vorpommern-Greifswald und dem Projektleadpartner IbisPrima eine 8-wöchige Erprobung und Vorbereitung. 15 Jugendliche und junge Erwachsene hatten im Anschluss eines Assessments die einmalige Gelegenheit, ein 10-wöchiges Praktikum in ihrer Wunschbranche im französischen Toulouse zu absolvieren. Das über ESF-Mitteln geförderte Projekt bot die einmalige Chance eines kulturellen Austausches mit nachhaltiger Wirkung.

Hintergrund

Unternehmen beklagen in letzter Zeit eine mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgängern bzw. fehlende Berufserfahrungen und mangelnde Sozialkompetenzen von jungen Berufsabgängern.

 

Dies sind Faktoren, die eine Ausgrenzung von sozial- und individuell benachteiligten jungen Menschen begünstigen. Für diese Jugendlichen ist der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung oder in die Arbeitswelt kein leichter Schritt. Ein Teil dieser Jugendlichen wird durch ihre soziale Herkunft (Elternhaus Hartz IV-Empfänger, Arbeitslose oder Migranten) zusätzlich benachteiligt.

 

Sie sehen keine Perspektive, sind deshalb unmotiviert eine Ausbildung zu beginnen oder erfolgreich zu beenden bzw. ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis aufzunehmen.

 

Für die Jugendlichen unserer Region ist es häufig auch eine besondere Herausforderung, ihre Heimat zu verlassen oder in das Umland zu pendeln, um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden. Dabei beschreibt die berufliche Mobilität nicht immer große Entfernungen, sondern gerade in ländlichen Regionen eher das Denken in Alternativen und Möglichkeiten.

 

Die Anforderungen in der Berufswelt steigen und die Jugendlichen sind dem Wettbewerb oft nicht gewachsen. In vielen Unternehmen wird Berufserfahrung und/oder ein Auslandsaufenthalt bereits vorausgesetzt. Diese Erfahrungen haben Jugendliche, die aus strukturell schwächer gestellten Familien kommen, meist nicht. Besser qualifizierte Bewerber, die dem Anforderungsprofil eher entsprechen, werden ihnen deshalb vorgezogen.

 

Demnach ist es notwendig, die vorhandenen Stärken und Fähigkeiten der Teilnehmer durch Bündelung vielseitiger Aktivitäten zu erhöhen, um ihre Benachteiligung und die daraus resultierenden Defizite abzubauen.

Ziele des Projektes und Zielgruppe

Im Kreis Vorpommern-Greifswald gibt es eine hohe Anzahl an Absolventen außerbetrieblicher und vollzeitschulischer Ausbildungsmaßnahmen. Die Absolventen haben zum Teil erhebliche Defizite an praktischen Kompetenzen und betrieblichen Erfahrungen, welche die Eingliederung in den regionalen Arbeitsmarkt erschweren. Mithin gilt es insbesondere im Rahmen des regionalen Eingliederungskonzeptes Möglichkeiten zu schaffen, die zum Abbau der genannten Defizite führen und insbesondere die fachpraktischen Erfahrungen und Kompetenzen zu erhöhen.

 

Zum anderen stellen die Mitarbeiter der Berufsberatung immer häufiger fest, dass die Schulabgänger Defizite in der Einschätzung betrieblicher Abläufe und fachpraktischer Anforderungen an bestimmte Berufe haben. So kommt es leider immer wieder zu Ausbildungsabbrüchen. Auch hier besteht das Ziel durch eine Verbesserung der Berufsorientierung diese Defizite abzubauen. An diesen Zielstellungen orientiert sich das von der IbisPrima ins Leben gerufene transnationale Vorhaben. Gemeinsam mit der Wirtschaftsakademie Nord und anderen Partnern soll durch das Projekt mit seinem Kernstück des 10-wöchigen Auslandsaufenthaltes mit integriertem Betriebspraktikum entscheidend dazu beitragen, dass sich die Integrationschancen in Ausbildung bzw. Arbeit der Projektteilnehmer verbessern.

 

Jugendliche an der Schwelle vom Übergang Schule in den Beruf oder in Ausbildung stehende Menschen sollen so Ausbildungs- und Berufserfahrungen in einem fremden/europäischen Land und neue Lebenswelten kennen lernen. Die Teilnehmer erwerben sprachliche, persönliche und neue fachliche Kompetenzen und lernen gleichzeitig sich an eine neue Umgebung anzupassen. Ihre sprachlichen und interkulturellen Fähigkeiten werden gefördert und zur Erweiterung ihres beruflichen Wirkungskreises eingesetzt. Zudem erhöht sich ihre Wettbewerbsfähigkeit und Integration in den ersten Arbeitsmarkt nebst Mobilität