Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung

Heranführung an Arbeit und Elterntraining

Das derzeit im BerufsBildungsWerk Greifswald absolvierte Elterntraining soll dabei helfen, insbesondere Eltern von Kindern sind, die zwei bis drei Jahre vor Schulentlassung stehen, gezielt auf Angebote und Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes vorzubereiten. Das in Kooperation mit der Sozialagentur Jobcenter Vorpommern-Greifswald durchgeführte Projekt läuft bis November 2012. Die Wirtschaftsakademie Nord wird sich im Rahmen ihres Geschäftsbereiches „Projekte“ schon in den kommenden Wochen an Ausschreibungen solcher Maßnahmen beteiligen.

 

Projektbeschreibung:

Erwerbsarbeit hat in Arbeitsgesellschaften eine integrierende Wirkung, die weit über das reine Geldverdienen hinausgeht. Der Verlust des Arbeitsplatzes geht in der Regel einher mit dem Verlust von sozialen Kontakten, Tagesstruktur, sinnstiftenden Tätigkeiten und finanziellen Ressourcen. Durch diese Entwicklung kommt es zu einem Verlust an Anerkennung. Lang anhaltende Arbeitslosigkeit führt zu Depressionen, zu psychosomatischen Beschwerden, zu Störungen des Wohlbefindens; sie hat also insgesamt negativen Einfluss auf die Psyche. In einem psychologischen Anpassungsprozess an eine momentan nicht zu ändernde Situation verringert sich der zentrale Stellenwert der Erwerbsarbeit notgedrungen. Die psychischen Beeinträchtigungen erschweren mit zunehmender Dauer eine Rückkehr in die Erwerbsarbeit. Die Menschen befinden sich gleichsam in einem Teufelskreis aus den psychosozialen Folgen der Arbeitslosigkeit und ihrer sinkenden Fähigkeit eine Veränderung der Situation zu initiieren. Dies wiederum führt zu sozialen Konflikten innerhalb der Familie und hat direkten Einfluss auf die Entwicklungschancen der Kinder im Rahmen der (Schul)Ausbildung.

Die klassischen Beziehungsstörungen zwischen Eltern und ihren Kindern führen letztlich zu kognitiven Störungen und einem fehlenden Verständnis für Lebenskompetenz und Beschäftigungsstruktur als auch zur symbiotischen Problematik, dass Eltern die wahren Bedürfnisse ihrer Kinder nicht mehr erfassen. Dies wiederum hat zur Folge, dass Kinder nicht mehr im Stande sind, ihr Leistungspotenzial voll auszuschöpfen und durch eine ausbleibende Förderung der Wirtschaft als gut ausgebildete Arbeitskraft nicht zur Verfügung stehen.

 

Ziel des Projektes:

Ziel des Projektes ist eine Heranführung an ein Elterntraining, welches den Anforderungen einer bestmöglichen Integration der Kinder im Rahmen des Übergangs von Schule ins Arbeitsleben Rechnung trägt.

In der Projektregion in und um Greifswald gibt es eine hohe Anzahl von Langzeitarbeitslosen mit multiplen Vermittlungshemmnissen für den ersten Arbeitsmarkt, die zugleich Eltern von Kindern sind, die zwei bis drei Jahre vor Schulentlassung stehen. Sowohl diese Zielgruppe selbst als auch deren Kinder haben zum Teil Defizite an praktischen Kompetenzen und Erfahrungen im Rahmen der beruflichen Orientierung, welche eine (spätere) Eingliederung in den regionalen Arbeitsmarkt erheblich erschweren. Dies resultiert nicht zuletzt am mangelndem Verständnis der Eltern für spezifische Belange und den Anforderungen des (regionalen) Arbeitsmarktes sowie fehlenden sozialen Kompetenzen im weiteren Sinne. Hier besteht das Ziel, durch eine umfassende Aktivierungsmaßnahme entsprechende Defizite abzubauen.

Die Zielgruppe umfasst jene langzeitarbeitslose Eltern, die bei der Stabilisierung ihrer Kinder (2 bis 3 Jahre vor Schulentlassung) Kenntnisse zum Krisenmanagement und des Ausbildungsmarktes der Region benötigen.